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Podcast: Kommentar: Gegen Emotionen helfen keine Argumente

Die Zwickmühle für die Ortsratsmitglieder in Brögbern ist offensichtlich. Auf der einen Seite stehen die sachlichen Argumente. Sie sprechen sich alle eindeutig für den Bau aus. Rechtlich und auch technisch spricht nichts gegen den Bau. Wenn da nicht die andere Seite wäre. Unterschriftenlisten und Plakataktionen sind zwar keine Argumente. Sie spiegeln allerdings gut die Stimmung unter der Anwohnern wieder. Und bei Emotionen helfen nun mal keine Argumente. Wer will schon als ehrenamtlicher Kommunalpolitiker Entscheidungen treffen und sich danach nicht mehr auf dem örtlichen Schützenfest sehen lassen können. Die Argumentation des Ortsrates ist daher komplett nachvollziehbar. Sie ist aber Wasser auf die Mühlen von Bürgerinitiativen, die bisher immer mit dem Argument belächelt wurden, nur ein Thema im Blick zu haben und das zu sehr zu emotionalisieren. Auch da war die Politik bereit unpopuläre Entscheidungen gegen die Stimmung einzelner Gruppen zu treffen. Bei dem Standort einer 20-Millionen-Euro-Arena ist das also einfacher möglich als bei einem Krematorium.Brögbern war dann also die dritte Episode bei der Krematoriumssuche in Lingen. Es sind zu viele Stammtischparolen bei diesem Thema geschmettert worden – in Brögbern, Darme und Biene gleichermaßen. Die Diskussion hat dabei Punkte erreicht, die so einem sensiblen Thema einfach nicht gerecht werden. Verwaltung und Politik tun gut daran, endlich einen Schlussstrich zu ziehen. Wir haben alle Argumente gehört. Von beiden Seiten.

Kommentar: Mario Köhne

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